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Architektur.Film.Sommer


Im Hof 7, beim Architekturzentrum Wien | Open Air
Schlechtwetterlocation: Az W Podium  | Eingang im Hof 7

 

Bereits zum vierten Mal findet im Rahmen vom frame[o]ut Filmfestival der Architektur.Film.Sommer an sechs Abenden im August statt und präsentiert ein hochkarätiges Programm von Kurz-, Essay- und Dokumentarfilmen.

Das diesjährige Thema Resisting Architecture wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Einerseits geht es um den Widerspruch gegen geplante Bauvorhaben und das Aufbegehren gegen gebaute Strukturen und Grenzen, andererseits auch um das Widerständige, das dem selbstbestimmten Bauen innewohnt. Der Architektur.Film.Sommer zeigt, dass Eigeninitiative und Selbstorganisation das Potential haben, neue Formen der Architektur, aber auch des sozialen Gefüges innerhalb dieser Architekturen hervorzubringen.

Unter freiem Himmel sind BesucherInnen und PassantInnen eingeladen zu verweilen, das Programm zu genießen und mit den anwesenden FilmemacherInnen zu diskutieren.

Jury/Open Call: Karoline Mayer, Marlene Rutzendorfer, Martina Theininger
Technik: St. Balbach und Oliver Schmid


PROGRAMM


FR 12.08., 20.00h
ERÖFFNUNGSNACHT  Architektur.Film.Sommer: MOVING MOUNTAINS

Begrüßung und Publikumsgespräch mit Clemens Bauder und Leonidas Bieri

BERG, AT 2016, 25min, R: Ella Raidel, OmeU

Ein schwimmendes Objekt in Form eines Berges begab sich während des Festivals der Regionen 2015 auf eine zehntägige Expedition am Traunsee und diente als Plattform für künstlerische Kollaborationen. Mannschaft und PassagierInnen trieben gemeinsam das Geschehen voran und wurden zu ProtagonistInnen einer Erzählung. Regisseurin Ella Raidel hat einen Film gedreht, der auf dieser Reise basiert, unter Verwendung von dabei entstandenen Texten, Sounds und Performances.


DLRG, DE 2013, 12min, R: Antje Buchholz, Sven Flechsenhar, Maja Weyermann,  OmeU


Der Animationsfilm untersucht eines der herausragenden Gebäude der Berliner Nachkriegszeit, das von dem Architekten Ludwig Leo für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) entworfen und 1973 fertiggestellt wurde. Das Gebäude diente einerseits als Basisstation für die Wasser- und Landrettung, andererseits als Winterlager für die Rettungsboote, die über acht Geschosse im Gebäude verstaut wurden. Auf Basis der eindrucksvollen Originalpläne macht der Film die komplexen räumlichen Beziehungen dieses ungewöhnlichen Gebäudes sichtbar. Leos erfinderische Details und Mechanismen werden in ihren Funktionsabläufen lesbar, indem einzelne Elemente der Schnittdarstellungen animiert und in bewegte Sequenzen übersetzt werden.


ANDERMATT – GLOBAL VILLAGE, CH 2015, 90min, R: Leonidas Bieri, Robin Burgauer, OmdU

Ein ägyptischer Geschäftsmann kauft eine Talschaft im Herzen der Schweiz, um ein Luxusressort für den internationalen Jetset aus dem Boden zu stampfen. Das ist die Geschichte von Andermatt, einem Bergdorf in der Krise, erweckt aus dem Dornröschenschlaf durch einen milliardenschweren Kuss, welcher Heimat und Hoffnung zur handelbaren Ware macht. Der Film begleitet über sechs Jahre hinweg GegnerInnen und BefürworterInnen aus dem Dorf, ausführende ArchitektInnen, berechnende InvestorInnen und geschäftstüchtige Sales AgentInnen. Wie wird die über Jahrhunderte gewachsene Dorfgemeinschaft die Lawine des Wandels verkraften – in einer Welt, in der Finanzkrisen, Revolutionen und Machtübernahmen vor keinen Grenzen mehr haltmachen?

 

SA 13.08., 20.00h 
Architektur.Film.Sommer:
PERMANENT TRANSITION

Im Publikumsgespräch: Gunther Blauensteiner
GRANICA, AT 2009, 6min, R: Eni Brandner, OF

„Granica / Grenze / Border“ bezeichnet die Trennlinie zwischen zwei Religionen und zwei Kulturen – zwischen mehrheitlich serbisch beziehungsweise kroatisch bewohnten Gebieten. Zwölf Jahre nach Ende des Konflikts um die „Serbische Republik Krajina“ sind die Spuren der Auseinandersetzung noch immer präsent. Als ungewollte Denkmäler wider das Vergessen stehen verfallene, zerstörte Häuser teilweise direkt neben Minenfeldern oder auch mitten im Stadtbild und warten auf ihre BesitzerInnen. In das durch den Jugoslawienkrieg unwirtschaftlich gemachte Gebiet finden die ehemaligen BewohnerInnen bzw. deren NachfahrInnen nur langsam zurück. Es bleiben halb verlassene Dörfer und spärlich bewohnte Städte im Hinterland, abseits der touristischen Zentren, die sich auch zwölf Jahre nach dem Krieg noch nicht von ihren Verletzungen erholt haben.


EUROPE ENDLESS, AT 2015, 30min, R: Gunther Blauensteiner, Valentin Langer, Penelope Reindl, OF

„Europe Endless“ ist eine Dokumentation über MigrantInnen, die das europäische Festland per Boot zu erreichen versuchen. Die Insel Malta ist eine der am dichtesten besiedelten Nationen der Welt und liegt direkt auf dem Weg der Flüchtlinge, die sich verzweifelt bemühen, nach Europa zu gelangen. Viele Überlebende stranden auf der kleinen Insel, werden inhaftiert und kaum beachtet. Der Film zeichnet kein breites Panorama der Katastrophe, sondern handelt von individuellen Gräueln der Einsamkeit und Vernachlässigung.


BEHÖRDENGANG, AT 2012, 5min, R: Dawid Liftinger, ohne Dialog

Regisseur Dawid Liftinger zeichnet ein Portrait des Neuen Rathaus von Linz und auch der Stadtverwaltung selbst. Ein Gebäude, das aufgrund seiner Funktion eigentlich offen und einladend wirken sollte, gibt sich verschlossen und abweisend. Diese Videoarbeit stellt das komplexe und oftmals undurchsichtige “System Stadtverwaltung” in Relation zum ebenso komplizierten Leitsystem und der fast schon Labyrinth-artigen Architektur des Gebäudes selbst.


FLOTEL EUROPA, DK/SRB, 2015, 70min, R: Vladimir Tomic

Flotel Europa – ein schwimmender Riese im Hafen Kopenhagens. Anfang der 90er Jahre floh Regisseur Vladimir Tomic mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder vor dem Krieg aus Sarajevo nach Dänemark. Dort angekommen, lebte die Familie auf dem Containerschiff, einer temporären Unterkunft für etwa eintausend Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien, die dort trotz schwieriger Umstände ihren Alltag meisterten und Feste feierten. Dem Vater schickte die Familie Videobriefe in die alte Heimat. Der Film basiert auf einer Montage dieses Videomaterials und blickt auf das Leben eines Teenagers zwischen fensterloser Kajüte, Gemeinschaftsküche und Fernsehsaal mit Nachrichten aus den Kriegsgebieten sowie Ausflügen auf das Festland zurück.
 


MI 17.08., 20.00h
Architektur.Film.Sommer: REDUNDANCY

Im Publikumsgespräch: Andrea Luka Zimmermann
ESTATE, A REVERIE, GB 2015, 83min, R: Andrea Luka Zimmerman, eOF

„Estate, a Reverie“ ist das Porträt einer Gemeinschaft, die in einem für den Abbruch vorgesehenen sozialen Wohnbau in London zu überleben versucht. Der Film lässt uns in eine traumähnliche verlorene Welt von AußenseiterInnen und ÜberlebenskünstlerInnen eintauchen. Regisseur Andrea Luka Zimmermann zeigt und feiert die Widerstandsfähigkeit der BewohnerInnen, die von Medien und sozialen Maßnahmen weitgehend übersehen werden. Der im Laufe von sieben Jahren entstandene Film entfaltet eine poetische und fesselnde Vision von Einsamkeit und Ohnmacht, die selbst in den reichsten Städten der Welt gegenwärtig ist. Er befasst sich mit dem Ende der Utopie des sozialen Wohnbaus, der Umgestaltung der Landschaft von East London und einer Gruppe von Menschen, die sich nicht in wirtschaftliche oder gesellschaftliche Kategorien einordnen lassen wollen.



POSLEDNIY LIMUZIN (THE LAST LIMOUSINE), RU/DE 2014, 74min, R: Daria Khlestkina, OmeU

Angesichts des gnadenlosen Niedergangs der Fabrik, in der sie arbeiten, klammern sich Michail, Andrei, Nina, Wladimir, Nadia und Luda – ChefInnen, IngenieurInnen und ArbeiterInnen in der gigantischen Moskauer Fahrzeugfabrik ZIL – an eingefahrene Routinen und ihren Berufsstolz, um in der um sie herum zusammenbrechenden Welt zu bestehen. Als der Auftrag hereinkommt, drei jener legendären, von Hand gefertigten Limousinen zu produzieren, die einst die Hauptattraktion sowjetischer Militärparaden auf dem Roten Platz waren, zeigt das handverlesene Team Michails noch einmal, was es kann.
 


FR 19.08., 20.00h
Architektur.Film.Sommer:
FROM ACADEMY TO AUTONOMY

Im Publikumsgespräch: Lisa Schmidt-Colinet und Alexander Schmoeger
INSTITUTE ABOVE-GROUND, CU/DE 2015, 22min, R: Florian Zeyfang, Lisa Schmidt-Colinet, Alexander Schmoeger, OmeU

„Institute Above-Ground“ ist eine Erzählung über eines der frühen euphorischen Bauexperimente kurz nach der Revolution in Kuba. Die Architektur des „Instituto téchnologico de suelos y fertilizantes André Voisin“ von Vittorio Garatti mutet futuristisch an: Über der Landschaft schwebende Stege verbinden die Gebäude, die nur punktuell den Boden berühren. Das Institut war für 2000 Studierende ausgelegt, die dort lebten, arbeiteten, schliefen, aßen. Der Komplex wurde später als Militärgefängnis genutzt und steht jetzt leer. Die Ruine liegt wie ein gestrandetes Raumschiff im Flachland in der Nähe von Güines, wie eine Arche für noch zu verwirklichende Ideen.



SENSING SPACES: ARCHITECTURE RE-IMAGINED; DIÉBÉDO FRANCIS KÉRÉ, GB  2014, 8min, R: Candida Richardson, eOF

Der Film entstand für die Ausstellung „Sensing Spaces: Architecture Re-Imagined“ an der Royal Academy in London, für die Architekt Diébédo Francis Kéré eine Installation entwickelte. Das Projekt nimmt auf eine neue Grundschule in Kérés Heimatdorf Gando in Burkina Faso Bezug. Kéré setzt bei seinen Bauten auf nachhaltige Low-Tech Methoden, welche die Teilnahme der gesamten Gemeinschaft ermöglichen. Im Film beschreibt Kéré die Verwendung traditioneller Architektur im Dorf und erklärt die Funktionalität des Schulgebäudes, die auf einer effektiven Belüftung und der Verwendung von Ziegeln aus lokalem Lehm beruht.



MICROBRIGADES - VARIATIONS OF A STORY, CU/DE 2013, 31min, R: Florian Zeyfang, Alexander Schmoeger, Lisa Schmidt-Colinet, OmeU

Angesichts des Wohnungsmangels in Kuba wurden 1971 Laienbau-Brigaden, genannt „Microbrigadas“, ins Leben gerufen. Gruppen von ArbeiterInnen wurde zeitweise freigestellt, um im Selbstbau Wohnblöcke zu errichten, deren Wohnungen unter ihnen verteilt wurden. Bis 1975 konnten in Kuba so jährlich 18.000-20.000 Wohnungen fertiggestellt werden, bis das Programm schließlich aus Mangel an Baumaterialien eingestellt wurde. Der Film folgt in knappen Fragmenten der wechselhaften und widersprüchlichen Geschichte der Bau-Brigaden und bietet zwei Großsiedlungen Havannas – San Agustín und Alamar – einen eigenständigen Bildraum. Architekturaufnahmen, Archivmaterial und Interviews verbinden sich zu einer experimentellen Collage über dieses Phänomen einer revolutionären Moderne.



BATUSHAS HAUS, CH/Kosovo 2016, 68min, R: Tino Glimmann, Jan Gollob, OmeU

Seit fünfzehn Jahren baut Kadri Batusha an seinem Haus am Rand von Priština im Kosovo – ohne Plan, ohne ArchitektIn und ohne Baugenehmigung. Die Architektur dieses gewaltigen Bauwerks mit seinen Türmchen, Stiegen und Labyrinth-artigen Gängen ist eine Verkörperung seiner Biografie: Eine Lebensgeschichte, die von politischem Engagement, Haft, Jahren der Asylsuche in der Schweiz und dem Krieg im Kosovo geprägt ist. Der Film führt die BetrachterInnen durch das Haus und lässt mit der Familie Batusha einige der über dreihundert BewohnerInnen des Baus zu Wort kommen. Jeder Beitrag beleuchtet eine andere Facette des Protagonisten und seiner Biografie und macht so dieses einzigartige Bauwerk, seine Architektur und Entstehung verständlich.



SA. 20.08., 20.00h
Architektur.Film.Sommer: PREFAB NOSTALGIA

Im Publikumsgespräch: Lorenz Findeisen
APPEARING SCULPTURAL | EBNIT BRIDGES, AT 2015, 11 min, ohne Dialog, R: Marte.Marte Architekten und Andreas Waldschütz
Der Kurzfilm „Appearing sculptural | Ebnit Bridges“ ist Teil einer visuell-akustischen Serie, die in Zusammenarbeit mit dem Fotografen und Avantgarde-Filmemacher Andreas Waldschütz entstanden ist. Hierbei werden die skulpturalsten Werke von Marte.Marte Architekten in ungewöhnlich experimenteller und sinnlicher Manier re-inszeniert. Die Musik zu den einzelnen Filmen basiert ausschließlich auf Feldaufnahmen vor Ort.


VORORT, DE 2015, 8min, R: Laura Engelhardt, OmeU


In dem Essayfilm setzt sich die Filmemacherin mit ihrem eigenen Heimatort auseinander, einem Vorort von Bremen, der sich im Laufe der Zeit von einem Bauerndorf zu einer Ansammlung von Neubausiedlungen entwickelt hat. Die Aufnahmen konfrontieren die standardisierten Häuser, ihre Details und ihre Lage in der Umgebung mit den großen Werbetafeln, die als Vorboten leere Brachflächen und Felder für weitere Bauprojekte kennzeichnen. Die Filmemacherin reflektiert den Prozess der zunehmenden Zersiedelung und die Rolle der privaten Häuser und Grundstücke als Wunsch nach Sicherheit und Investitionen in die Zukunft. Es geht um das Verschwinden vom Realen, von Kindheitserinnerungen, um eine Übermacht an vielversprechenden Bildern und die Frage, wie der Mensch am Ende in diesen Orten wohnt.


BETON BRUT, UK 2014, 5min, R: Timothy Smith, ohne Dialog

„Be?ton Brut“ singt ein Loblied auf die brutalistischen Bauwerke Londons mit ihren subtilen Details und monumentalen Dimensionen. Der Film stellt die Sichtbetonbauten als utopische oder auch dystopische  Schauplätze der Zukunft dar, als menschenleere Orte, umgeben von Natur. Der einzige Hinweis auf eine Beteiligung des Menschen findet sich in der Konstruktion, in der Wirkung der Materialien, der komplexen Strukturen und Texturen.


EXCUSE ME, WHILE I DISAPPEAR, RSA/AO 2014, 20min, R: Michael MacGarry, OmeU

Der Film portraitiert einen jungen Gemeindearbeiter, der in der von chinesischen Investoren und Baufirmen errichteten Retortenstadt Kilamba Kiaxi außerhalb der Hauptstadt Angolas als Hausmeister arbeitet. Nachts muss er den weiten Weg zurück in die Altstadt von Luanda nehmen, wo er wohnt. Die Stadt, die für über 210 000 Menschen konzipiert ist, steht großteils noch leer. Ein schlafender Riese, ohne wirklichen Bezug zur Umgebung.


CONCRETE STORIES, F/CZ 2014, 72min, R: Lorenz Findeisen, OmeU

Die Plattenbauten – eigentlich eine Erfindung des Kapitalismus, um ab 1948 die Wohnungskrise in Europa zu beenden – eroberten bald große Gebiete in den Städten Mittel- und Osteuropas und wurden so zu einem Symbol des Kommunismus. Der kurzweilige Film „Concrete Stories“ spiegelt die Geschichte der Plattenbauten auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs wider. Er lässt jene Menschen zu Wort kommen, die diese Häuser gebaut haben und vor allem jene, die darin wohnen. Durch oftmals sehr persönliche Geschichten gelingt es, das Stigma der ewig gleichförmigen Plattenbauten zu relativieren, denen schon Schostakowitsch eine Operette gewidmet hat.
 


MI 24.08., 20.00h
Architektur.Film.Sommer: HOME

Im Publikumsgespräch: Claudia Larcher
THE BABUSHKAS OF CHERNOBYL, UKR/US 2015, 72min, R: Holly Morris, Anne Bogart, OmeU

In der radioaktiven Todeszone um den Block 4 von Tschernobyl hält sich eine Gemeinschaft widerspenstiger Frauen auf einem der giftigsten Gebiete der Erde über Wasser. Die Frauen teilen die schöne, aber tödliche Landschaft mit einer bunten Mischung von Eindringlingen – WissenschaftlerInnen, SoldatInnen und „StalkerInnen“ – junge Abenteuerlustigen, die ihren postapokalyptischen, von Videospielen inspirierten Fantasien nachhängen. Die Beweggründe warum die Hauptfiguren des Films – Hanna Zavorotyna, Maria Shovkuta und Valentyna Ivanivna – nach der Katastrophe zurückgekehrt sind, sich damit den Behörden widersetzen und ihre Gesundheit gefährden, erzählt viel über das Gewicht von Heimat, die subjektive Wahrnehmung von Gefahr und die heilende Kraft, die freigesetzt wird, wenn man sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.


YAMA, JP/AT 2011/12, 8min, R: Claudia Larcher, ohne Dialog

Die Videoanimation bietet anhand einer fiktiven Kamerafahrt einen Einblick in die Räume eines traditionellen japanischen Hauses, zusammengesetzt aus Fragmenten verschiedenster Zimmer, welche die Künstlerin während ihres Aufenthalts in Japan bewohnt hat. Die Arbeit wurde mit Ausschnitten alter Ukiyo-e's und Szenen aus dem Kabuki-Theater verdichtet. Claudia Larcher beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Räumen, die für sie mit Heimatgefühl, Vertrautheit und Erinnerung verbunden sind. "Heimat" steht für Identität, Bindung und Geschichte im Sinne von gelebter Vergangenheit. Die Räume, mit denen sich die Künstlerin auseinandersetzt, sind somit einerseits topographische Gegebenheiten, andererseits Erinnerungs- und Vorstellungsräume.


TOMORROW WE DISAPPEAR, IN/US 2014, 82min, R: Jimmy Goldblum, Adam Weber, OmeU


Als das Zuhause der Kathputli-Kolonie an Immobilienentwickler verkauft wird, müssen die BewohnerInnen einen gemeinsamen Ausweg finden – oder sich für immer trennen. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Kathputli-Kolonie nicht von anderen indischen Slums. Aber Kathputli ist ein Ort gefährdeter Traditionen. Seit einem halben Jahrhundert sind in den engen Gassen der Kolonie etwa 2800 Künstlerfamilien zu Hause: JongleurInnen, AkrobatInnen, PuppenspielerInnen, MalerInnen, SängerInnen und DichterInnen sowie die berühmten Jaadugars, StraßenkünstlerInnen, die Indiens uralte Tradition der Magie bewahren. 2010 hat die Stadtregierung von Neu-Delhi Kathputli um einen Bruchteil seines Werts verkauft. Das Viertel soll planiert werden und Platz machen für den ersten Wolkenkratzer der Stadt, The Raheja Phoenix.