EIN ABEND MIT ENAR DE DIOS RODRIGUEZ

Eintritt frei

Enar de Dios Rodriguez und Lisa Heuschober (Kuratorin frame[o]ut) präsentieren künstlerische Erforschungen der Achse Wasser und der vielen Schnittstellen, die diese mit Kolonialismus, Landraub, Gewalt, Kollektivität, Individualismus, Kapitalismus, Ökologie und Repräsentation aufweist.

 

Wasser als Lebensgrundlage und als Lebensbedrohung. Wasser als umkämpfte Ressource, als Grundlage für (Über-)Leben und Reichtum. Wasser als Raum, als geographische Grenze und Ausgrenzung – niemals starr, in ständiger Bewegung und Umformung. Wasser als Reflexionsfläche – Ort für ein kritisches Hinterfragen von Aneignungsprozessen von Ressourcen und Raum. Die präsentierten Filme nähern sich genau dieser Reflexionsfläche an und verknüpfen historische ökonomische und ökologische Prozesse. Verwoben ergeben die losen Enden eine innovative, interdisziplinäre, kritische Form der künstlerischen Praxis und Forschung.


Essay Film: LIQUID GROUND
Regie: Enar De Dios Rodriguez
AT 2021, Essay-Film, 32 min.  OmeU

Regie: Enar De Dios Rodriguez
Buch: Enar De Dios Rodriguez
Schnitt: Enar De Dios Rodriguez
Erzählung: Elliís Kenney, Dacey Else
Musik: nara is neus, Valentí Adell
Produziert mit der Unterstützung von: Stadt Wien and Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

Obwohl die Ozeane mehr als 70 % der Erde ausmachen, ist bisher nur ein sehr kleiner Teil des Meeresbodens kartiert worden. In den letzten Jahren hat sich die Kartierung dieser Räume jedoch aufgrund verschiedener wirtschaftlicher, geopolitischer und wissenschaftlicher Interessen beschleunigt, die entschlossen sind, einen "neuen Kontinent" zu schaffen, der unter dem Meer erforscht und ausgebeutet werden soll. Liquid ground ist ein Video-Essay, der den Meeresboden und seine aktuelle Kartografie als thematische Achse nimmt, um über Kolonialismus, Ökologie und Repräsentation zu sprechen.

LAND UNDERWATER

MQ Hof 8

Eintritt frei

SP 2019, Essay-Film, 50 min., OmeU
Regiesseurin: Maddi Barber

Regie: Maddi Barber
Buch: Maddi Barber
Kamera: Maddi Barber
Produktion: Maddi Barber
Schnitt: Gerard Ortin, Mirari Echavarri López, Maddi Barber
Musik: Peru Galbete

Unter der Wasseroberfläche liegt der Sehnsuchtsort der träumenden Menschen. Mit geschlossenen Augen, ähnlich einer kollektiven Trance, gedenken sie eines Landes, das sie nachts verfolgt. Dieses Land – es ist ihr Land. Der Ort, an dem sie geboren wurden, an dem sie aufgewachsen sind, an den sie nie mehr zurückkehren können, da er im Wasser eines Stausees untergegangen ist. Maddi Barber gestaltet ein Projekt des Gedenkens: an sieben Dörfer und drei Naturschutzgebiete, die durch den Bau des Itoiz-Staucamms in den Pyrenäen von Navarra verschwunden sind. Der Film als Zeugnis einer historischen Wunde, als Portrait von Menschen, die nicht bereit sind, die Enteignung ihres Landes zu akzeptieren.

Enar de Dios Rodríguez ist eine bildende Künstlerin, deren interdisziplinäre Arbeit Video, Fotografie und Installationen umfasst. In ihrer künstlerischen Praxis dient der selektive Prozess von vorhandenem visuellem und textuellem Material als Ausgangspunkt für eine Erkundung des Poetischen und seiner politischen Anwendbarkeit. Ihre letzten forschungsbasierten Projekte reflektieren die Produktion von Raum und dessen soziopolitische und ökologische Konsequenzen.