TERRA FEMME

MQ Hof 8

MQ Arena 21

Eintritt frei

In Anwesenheit der Künstlerin Anahita Asadifar (... A RESPONSE), Martina Genetti und Lisa Heusschober (Kuratorinnen)

Das Wiederverwenden von bestehenden Bildern und bereits Gesagtem lässt uns jene Stimmen in die Gegenwart holen, die aus Geschichten raus – oder in ihnen umgeschrieben wurden. Feministische Blicke, Perspektiven und Dokumentation, oft unsichtbar oder lückenhaft, werden durch Revision und Aneignung neu entdeckt, mit gegenwärtigen Erzählungen und Gedanken versponnen und durch Montage und Voice Over zu einer eigenen Sprache formuliert. Dadurch eröffnet sich ein Dialog, der es uns ermöglicht, mit den aber vor allem auch durch die Stimmen der Vergangenheit zu sprechen, auf sie zurückzugreifen und uns auf sie zu stützen, um eine gemeinsame, kollektive Sprache zu finden.

Vorfilm: ... A RESPONSE

 

AT 2021, 5 min., Kurzfilm, OF Englisch
Regie: Anahita Asadifar

 

In … A RESPONSE fügen sich Gesten, Ausschnitte, Textfragmente und Bildsegmente mit Claude Cahun, Audre Lorde, Susan Sontag und bell hooks zu zu einem neuen Gespräch: die Montage wird zur Sprache der Filmemacherin, die die Rolle und Handlungsmacht der Erzählerin befragt: Wessen Geschichten werden gehört und wessen Geschichten haben keine Stimme gefunden? Was bedeutet es, eine Stimme zu geben?

 

 

TERRA FEMME

 

US 2021, 62 min., Dokumentarfilm, OF Englisch
Regie: Courtney Stephens

 

Regie & Buch: Courtney Stephens
Schnitt: Courtney Stephens, Dounia Sichov
Sound Design: Paul Hill
Musik: Sarah Davachi
Produktion: Courtney Stephens / Jacket Weathe

 

Ausgehend vom Verlust der eigenen Mobilität widmet sich die Filmemacherin Reiseberichten und Amateurvideos von Frauen aus den 1920-50er Jahren und begibt sich auf die Suche nach einem female gaze. Essayistisch und spekulativ fügen sich die Fragmente aus den Archiven zu den Geschichten jener, denen es möglich war zu reisen und dies filmisch zu dokumentieren. Das Voice-Over eignet sich Narrative der Frauen an, zeigt das fortwährende Erbe patriarchaler Gewalt und Orientalismen auf und hinterfragt das vorherrschend Blickregime: Wer sieht, wer wird gesehen? Und was erzählen uns die Videos über die Abwesenheit von Frauen in Archiven?

 

Courtney Stephens ist eine in Los Angeles lebende Filmemacherin. Ihre non-fiction und Experimentalfilme befassen sich mit den Konturen von Sprache, historischer Erinnerung und dem Leben von Frauen. Ihre Arbeiten wurden auf der Berlinale, dem Museum of Modern Art, dem New York Film Festival, dem AFI Fest, South by Southwest, Art of the Real, dem Garage Museum of Contemporary Art und den Internationalen Filmfestivals in Hongkong, Camden, Mumbai, Luxemburg, Dhaka und San Francisco ausgestellt. Die Absolventin des American Film Institute ist Mitbegründerin des Mikrokinos Veggie Cloud in Los Angeles und hat Filmprogramme für The Getty, Museum of the Moving Image, Union Docs und Flaherty NYC kuratiert.

 

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Dieses Programm entstand aus einer Zusammenarbeit der Filmkuratorinnen Martina Genetti und Lisa Heuschober.


Gemeinsam arbeiten Martina Genetti und Lisa Heuschober in diversen Projekten mit Video- und Filmarbeiten, die sich verschiedener Archive bedienen und (wieder)gefundene Bilder in neue Kontexte setzen. Dabei befassen sie sich mit Blickregimen, reflektieren (Un-)Sichtbarkeiten in Erzählungen und hinterfragen Geschichtsschreibung durch Archiv und Sammlung.


Martina Genetti beschäftigt sich als Filmkuratorin und Kunsthistorikerin mit Denkmälern, Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur. Gemeinsam mit dem Filmclub Tacheles hat sie 2022 die Filmreihe Beckermann an der Universität Wien veranstaltet. Sie ist Mitbegründerin des Filmverleihs KINEMA 21 und leitet seit kurzem den Filmwettbewerb beim Internationalen Jugend Medien Festival YOUKI.


Lisa Heuschober ist Kuratorin und Kulturschaffende. Ihr Interesse liegt in der Gestaltung cineastischer Räume, die Orte für Interaktion, Kollektivität und interdisziplinäre Schaffensprozesse sind. Seit 2022 leitet sie die Programmgestaltung von frame[o]ut Open Air Cinema.